Fahrrad-Kontrollschilder

 

Metallpostkarte Howe Fahrrad

 

Welcher Kanton zuerst für Fahrräder Kontrollschilder vorschrieb, ist unbekannt. Sicher ist aber, dass es ab ca. 1890 das erste kantonale Obligatorien für Fahrrad-Schilder gab. Die  Inkraftsetzung der entsprechenden Vorschriften variierte je nach Kanton. Im Kanton Basel-Stadt war das ab 1894, im Kanton Luzern ab 17.1.1896, im Kanton Zürich ab 1902, im Kanton Bern 1904, zu letzt im Kanton Jura 1979 bei der Kantons-Gründung.

Die Kantone waren in der Gestaltung des Veloschildes absolut frei, das Material war aber anfänglich generell aus Eisenblech. Weil ausgestanzte Zahlen und Wappen darauf waren, nietete man zur Verstärkung des Schildes eine zweiten Eisenplatte hinten darauf. Später benutzte man kürzere Zeit Email und ab ca. 1920 durchwegs Alu. Die Abgabe der Schilder erfolgte immer durch die Polizei-Posten.

Anfänglich wurden die Velo-Schilder von den Kantonen unbefristet abgegeben, nur mit individueller Nummer und dem Kantonswappen darauf (ohne die Jahreszahl) .

 

 

Ob das auf Fotos aus der Zeit um 1900 abgebildete längliche und rechteckige Schild, welches mehrere Soldaten während des Militärdienstes an ihren mitgebrachten privaten Fahrrädern an der Lenksäule parallel zum Rad nach vorne befestigt hatten, zivilen oder militärischen Ursprungs war, ist unklar. Das längliche Schild bestand aus zwei Eisenplatten, wobei in der vorderen Platte eine vierstellige Zahl ausgeschnitten war. Ausser der vierstelligen Zahl hatte das Schild, im Gegensatz zu allen kantonalen Fahrrad-Schildern um 1900, weder ein Wappen noch in Schrift den Ausgabe-Kanton vermerkt.    -     Gegen ein kantonales Schild spricht das fehlende Wappen oder die fehlende Kantons-Bezeichnung darauf. Andererseits spricht gegen ein Militär-Fahrradschild die hohe Nummer, denn um 1900 gab es niemals rund 3700 Radfahrer-Soldaten mit eigenen Velos im Militärdienst. 1896 schrieb nämlich das Militär (Major Immenhausen) bei einer Offert-Anfrage an einen Schilderhersteller in Winterthur von Velo-Schildern mit der Nummern-Serie  1 - 100. Kommt noch dazu, dass auf den alten Bildern (mit Radfahrersoldaten und ihren Velos) längst nicht alle dienst tuenden Soldaten an ihren Velos ein solches Schild montiert hatten !

 

Am 1.1.1906 beschlossen die französisch sprechenden Kantone, ihre Fahrradschilder einheitlich zu gestalten. Und zwar in einer gewölbten Form, mit ausgestanzten Zahlen. Anfänglich waren die Bleche rot gefärbt. Um die Schilder kantonal unterscheiden zu können, wurden folgende Nummern-Serien zugewiesen: dem Kanton Genf  1 - 25 000, Waadt 25 001 - 50 000, Neuenburg 50 001 - 70 000, Freiburg 70 001 - 85 000, Wallis 85 001 und darüber. Der Preis pro Schild betrug anfänglich 5 Franken.                                                                                                    

Später wurden in den Westschweizer Kantonen (Genf, Waadt, Neuenburg,     Freiburg, Wallis) die Schilder jedes Jahr in einer andere Form aber weiterhin mit einer ausgestanzte individuelle Nummern ausgegeben, wie anhin ohne Kantons-Kennzeichnung, 

 

Kurz nach 1910 begannen einige Kantone, jedes Jahr ein neues Schild jeweils in anderer Form mit  Registrier-Nummer und teilweise mit Kantons-Wappen darauf abzugeben. Der Kanton Luzern prägte 1912  nebst der grossen Register-Nummer und dem Kantonswappen auch erstmals die kleine Jahrzahl auf das Fahrrad-Schild. Andere Kantone prägten Jahrzahl und Kantonswappen schon früher oder teilweise auch viel später auf die Fahrrad-Schilder.

 

Ab dem 7.4.1914 trat das Konkordats über eine einheitliche Verordnung betreffend den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern in Kraft (diese galt bis 1932). Darin wurde ein so genanntes individuell nummeriertes Kontrollschild als Veloschild vorgeschrieben (Art. 58 des vom 7.4.1914).

                 

 

Der Kanton Graubünden hatte bis 1932 ein Kantonswappen mit nur drei horizontal verlaufenden Balken (für den Grauen-Bund, den Gotteshaus-Bund, den Zehngerichten-Bund). Dabei war der graue Balken oben, der blaue Balken unten. Auf dem Velo-Kontrollschild links von ca. 1920 ist die Balken-Anordnung falsch.

 

 Bei den Aargauer Velo-Kontrollschildern vor 1933 hat es zum Teil  oberhalb des Kantons-Namens eine Ziffer von 1 - 4. Der Grund dieser Ziffer ist mir leider unbekannt.

 

 

Es gab bis 1932 drei Kantone, welche auf den Veloschildern den ausgebenden Bezirk/Amt, angaben. Nämlich Zürich, Bern und teilweise Basel-Land.     

 

 

Ab 1933 fielen mit dem neuen Motorfahrzeug-Gesetz (Art 32 MFG) die Veloschildes mit den grossen individuellen Nummern weg. Die Kantone gaben nun nur noch so genannte Kontroll-Zeichen mit grosser, aktueller Jahreszahl ab um die visuelle Kontrolle über die Bezahlung der Velogebühr und -Steuer zu haben. Die Gegner der nummerierten Schilder erklärten damals nämlich, sie wollten nicht als "nummerierte Eidgenossen" gelten. .Die individuelle Nummer, die den Halter auswies, wurde nur noch ganz klein ob oder unterhalb der Jahrzahl beim Schild eingestanzt.

  Velonummer OW 1939  Velonummer OW 1940    Velonummer OW 1943              Velonummer SG 46               

                                                                            

 

Einige französisch sprechenden Kantone gaben nach 1933 Schilder mit gross    ausgestanzten Jahreszahlen ab, wobei die individuelle Nummer des Halters unter oder ob der Jahrzahl eingestanzt war.

 

Ab 1933 gab der Kanton Solothurn Velo-Schilder in kreisrunder  Form ab. Ebenso der Kanton Schaffhausen im Jahre 1944, Im Jahre 1946 war dann das Veloschild oval..

Ab ca.1935 hatten einige Kantone   (z.B Kanton Waadt und der Kanton Bern ) über viele Jahre  spezielle Fahrrad-Schilder ausgegeben, und zwar teils in verschiedenster Form, jedes Jahr in einer neuen Farbe. Die Schilder waren mit einem Metallband versehen, damit konnte das Schild horizontal an die Lenkstange befestigt werden. Das Schild enthielt das Kantons-Wappen, das Gültigkeitsjahr und eine individuelle Nummern. Der Kanton Waadt gab noch 1953 solche Velo-Schilder heraus. Schaffhausen gab lediglich ein Schild in dieser Form aus, und zwar 1939.

 

Ab ca. 1945 begannen vereinzelte Kantone einheitliche Schilder ab zu geben. Zu oberst war die individuelle Nummer eingestanzt, dann darunter erhoben oder vertieft die Kantonsabkürzung und zu unterst die letzen beiden Ziffern der Jahreszahl. Es gab auch Kantone, die verwendeten reflektierende Farbe.

Es gab einige wenige Kantone, die schrieben auf dem Fahrrad-Schild die  Jahrzahl und/oder den Kantonsnamen voll aus

 

Ab ca. 1950 gaben vorerst nur einzelne Kantone ein normiertes   Velonummer LU 1955   Veloschild heraus. Das schmale, hohe Schild hatte oben die Kantons-Abkürzung und darunter die 2-stellige Jahreszahl erhoben eingeprägt. Der alu-farbigen Streifen mit eingestanzter Kontrollnummer war zuerst zu oberst, später ganz unten auf dem Schild. Jeder Kanton konnte selbst eine Grundfarbe für das Schild und die Farbe für die Kantonsabkürzung und die Zahl wählen. Allmählich übernahmen dann alle Kantone dieses Schild-Format.

 

1958 wurde im Zusammenhang mit dem neuen Strassenverkehrs-Gesetz (SVG) nebst dem schon obligatorischen Velo-Nummernschild gleichzeitig neu auch eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Fahrräder eingeführt. Die Deckungs-Summe betrug 2 Millionen Franken für Personen- und Sach-Schäden zusammen.

 

 

Im Jahre 1960 stellte dann auch der Kanton Appenzell-Ausserrohoden als letzter Kanton von der individuellen auf die rechteckig/hochformatige Form des Veloschildes um.

 

  Der Kanton Tessin nahm sich einige Jahre praktisch als einziger Kanton die Freiheit, auf originelle Weise seine Veloschilder in der Darstellung zu kreieren

 

1962 waren die Schilder schweizweit dann generell im Format 5 x 8 cm, nachdem die Kantone Basel-Land (5,5 x 7 cm) und Thurgau (5 x 8,5 cm) als Letzte dieses Format übernahmen.

 

Seit 1961 gab es pro Jahr und Kanton je zwei Schilder, die sich in  Form  und Darstellung, nicht aber in der Grundfarbe, gleich waren. Eines galt für die Velos, das andere für die Motorfahrräder. Dasjenige für Motorfahrräder war anfänglich in den meisten Kantonen in weisser, später in gelber Grundfarbe. 

Ab dem Jahre 1978 hatten alle Fahrrad-Schilder generell eine rote Grundfarbe, die  Zahlen und Buchstaben waren aber je nach Kanton und dem Jahrgang mit einer individuellen Farbe versehen. Es gab Kantone, die wechselten alternierend die Farbe, andere beschränkten sich auf eine einzige Farbe. Die Schriftform blieb bei fast allen Kantonen über all die Jahre immer genormt dieselbe.

Es scheint, dass im Kanton Bern pro Jahr nicht immer nur ein Hersteller die  Fahrrad-Schilder fabrizierte. Oder aber derselbe Hersteller nicht immer die gleichen Präge-Vorlagen verwendete. Die Schriftform konnte nämlich unter dem Jahr wechseln.

 

1980 gab der neu gegründete Kanton Jura erstmals Velo- und Mofa-Schilder heraus. Und schon ab dem Jahre 1988 gab der Kanton (die übrigen Kantone erst 1989) keine Veloschilder sondern nur noch Velo-Vignetten ab.

 

Im Jahre 1988 wurden von den Kantonen letztmals metallene Fahrrad-Schilder in einer  roter Grundfarbe herausgegeben. Weil  die Materialkosten zu gross und die Schildergebühren zu tief waren, das Verhältnis Aufwand zu Ertrag nicht mehr stimmte, stellte man ab 1989 die Schilder-Produktion ein.

 

figure

Seit 1988 wurde vorerst durch den Kanton Jura und ab 1989 von allen übrigen Kantonen für die Fahrräder keine Metall-Schilder mehr abgegeben sondern nur noch selbstklebende Velo-Vignetten (aus plastifiziertem Papier). Diese klebt man hinten auf den Fahrrad-Rahmen oder auf ein spezielles Alu-Schild im Format des ehemaligen Fahrrad-Schildes (in rot). Auf den Vignetten (Ausmass 2 cm x 4 cm)  waren 1989 die Kantonsabkürzung, die Seriennummer und das Geltungsjahr. aufgedruckt.

Ab 1.1.1990 hatten die Velo-Vignetten keine Kantons-Abkürzung mehr. Auf der linken Seite waren drei untereinander gestellte Zahlengruppen,  auf der rechten Seite die letzten beiden Ziffern einer Jahreszahl. Die Vignetten war jeweils bis zum 31. Mai des folgenden Jahres gültig.

"a" Die dreistellige Versicherungsnummer bezeichnet die Art der Versicherung. Die ersten zwei Zahlen des Codes werden vom eidgenössischen  Verkehrs-Departement (UVEK) den Versicherungsgesellschaften zugeteilt. Fahrräder der Kantone haben die Ziffern "00".  Die dritte Ziffer  bezeichnet die Art  der  Versicherung. Dabei bedeutet "1" = kant. Haftpflichtversicherung, "2", "3", "3", "4" oder "5" sind für  Verbandsversicherungen, "6" für  Einzelversicherungen und "0" sind für Fahrräder der Kantone mit Eigenversicherung.

"b" Die zweistelligen Ziffern bedeuten die ausgebenden Kantone, z.B. Zürich 01, Bern 02, Luzern 03, Uri 04, Schwyz 05, Zug 06, Jura 26, usw..

"c" Jeder Vignettenausgeber hat diese mit einer fortlaufenden, individuellen Nummer zu versehen. Und zwar für jeden Kanton separat.

"d" Die zweistellige Jahrzahl ist bezeichnend für das Geltungsjahr der Vignette. Dabei die Vignette ist jeweils vom 1. Januar bis zum 31. Mai des folgenden Jahres gültig.

Die Codeliste der asa (Vereinigung der Strassenverkehrsämter) gibt hier nähere Auskunft .über die letzten Vignetten des Jahres 2011. 

 

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Bereits am 22. März 1985 reichte Nationalrat Schüle, Schaffhausen, ein Postulat im Nationalrat ein. Er beantragte, es sei eine Änderung des Strassenverkehrs-Gesetzes zu prüfen mit dem Ziel, auf das jährliche Fahrradkennzeichen zu verzichten. Obwohl 1986 Nationalrat Iten, Hergiswil/NW, machdoppelte unternahm der Bundesrat damals nichts.

Am 19.12.2008 reichte Ständerat Stähelin, Frauenfeld, eine parlamentarische Initiative ein, es seien die Velovignetten abzuschaffen. Gemäss Herrn Stähelin drängt sich die Vignetten-Abschaffung mangels Rentabilität auf, zudem besitze sowieso fast jedermann eine Privat-Haftpflichtversicherung. Für ihn ist es unwichtig, dass über 10% der Velofahrer keine private Haftpflicht-Versicherung besitzen und er zweifelt, dass durch die inskünftig obligatorische Deckung der Velounfälle durch die Privat-Haftpflichtversicherungen die Versicherungsgesellschaften vermutlich generell die Privathaftpflicht-Prämien erhöhen müssen (auch für Nicht-Velofahrer). Stähelins Meinung teilte auch die Mehrheit des National- und des Stände-Rates. Die eidgenössischen Räte entschieden im September 2010 das Strassenverkehrs-Gesetz entsprechend abzuändern. Am 5. Oktober 2011 verordnete der Bundesrat die Abschaffung der Velo-Vignetten per Ende 2011.

Das ist die letzte abgegebene Velovignette. Ihre Gültigkeit ist bis 31. Mai 2012 beschränkt. Ab dem 1. Juni 2012 haben die Velos keine Vignetten und somit auch keine spezielle Haftpflicht-Versicherung mehr. Die Deckung bei Velo-Unfälle besteht ab 1.6.2012 nur noch über die private Haftpflichtversicherung des Velofahrers. Wenn eine solche fehlt, besteht gemäss Art. 76 Strassen-Verkehrs-Gesetz der nationale Garantie-Fonds für nicht versicherte Verkehrsunfälle, der sowohl Körper- als auch Sach-Schäden bezahlt. Wobei der Fonds Regress auf den Schadenverursacher (Velofahrer) nehmen kann. Finanziert wird der Fonds durch eine gesetzlich vorgeschriebene Abgaben auf Personenwagen. schwere Motorwagen und Motorräder.


 

Leichte Elektro-Motorfahrräder sind seit 3.7.2002 als einplätzige, einspurige  Fahrzeuge mit elektrischer Tretunterstützung (bis 20 km/h) und mit einer maximalen  Nennleistung von 0,50 kW zugelassen .Sie benötigen weder Fahrzeugausweis noch eine Velovignette und es besteht auch keine Helmtragpflicht. Ein Führerausweis (ausgenommen 14 - 16jährige Lenker) ist seit 1.4.2003 ebenfalls nicht erforderlich.

Übrige Motorfahrräder, welche die Grenzen des leichten Elektro-Motorfahrrades überschreiten (500 - 1000 Watt, Geschwindigkeit 25 - 30 km/h, mit Tretunterstützung bis 45 km/h), gelten als Motorfahrrad (MOFA) und benötigen einen Velohelm, einen Fahrzeug-Ausweis und ein Mofa-Kontrollschild. 

Motorhandwagen und Motor-Einachser (letztere die nur von einer zu Fuss gehenden Person geführt und nicht für das Ziehen von Anhängern verwendet werden) müssen seit 1.6.2012 mit keiner Velo-Vignette mehr versehen werden.

 

Batteriebetriebene vierrädrige Behinderten-Elektrofahrzeuge mit max. 10 km/h sind führerscheinfrei und können analog einem Fahrrad ohne Velo-Vignette gefahren  werden.

 



Fahrradanhänger-Kontrollschilder

 

Für Veloanhänger verlangten gewisse Kantone einige Zeit längliche Kontroll-Schilder. So gab Solothurn ovale, längliche Schilder in roter Grundfarbe ab. 1962 bis 1967 gab es in Luzern angeblich grüne Veloanhänger-Kontroll-Schilder mit schwarzen Zahlen.

Im Kanton Tessin wurden über mehrere Jahre grüne Veloschilder für landwirtschaftliche Anhänger   und blaue Velo-Schilder für normale Velo-Anhänger abgegeben.



 

Fahrradschilder des Fürstentum Liechtenstein

 

Fahrradkontrollschilder wurden mit der "Verordnung vom 15. Juni 1921 betreffend die Erhebung der gemäss Art.3 Buchstabe E des Finanzgesetzes vom 31. Januar 1921 LGBI, 1921 Nr. 4 zu entrichtenden Fahrradsteuern" (LGBI, 1921, Nr. 12) eingeführt. Die Kontroll-Schilder wurden somit ab 1921 jeweils von den Wohnorts-Gemeinden der Fahrrad-Besitzer ausgegeben.

Die Vollziehungsverordnung vom 4. Dezember 1924 zum Gesetz vom 10. Mai 1924, LGBI, 1924, Nr. 6 schreibt in Art. 68 vor: "Jedes Rad muss mit einem nummerierten Kontrollschild versehen sein. Dasselbe wird von der Steuerverwaltung bereitgestellt und ist am Hinterteil der Maschine, gut sichtbar, parallel der Lenkstange, zu befestigen ".

Art. 69 des LGBI, 1924, Nr. 6, hält zudem fest, "die Ausweiskarten sowie die Kontrollschilder werden vom Steuerkassier der Wohngemeinde ausgefolgt".

 

Bei diesem Fahrrad-Schild (Jahrgang 1920 ?) handelt es sich vermutlich um ein Kennzeichen des Liechtensteinischen Radfahrer-Bundes, also nicht um ein offizielles und gesetzliches Veloschild. Denn Letztere sind ja erst ab 1921 vorgeschrieben !

 

Das Fürstentum Liechtenstein hatte bezüglich ihrer                 Fahrrad- Kontrollschilder bis 1986 die gleichen Formen sowie Anordnungen und ähnliche, gesetzliche Vorschriften wie die Schweiz. Hier einige ehemalige Velo-Kontrollschilder.

 

Ab 1987 wurden durch die Gemeindverwaltungen und Velohändler neue Velo-Schilder abgegeben. Diese hatten auf rotem Schild mit schwarzer Schrift das Landeskennzeichen und je nach Ort,  wo sie eingelöst wurden, die Postleitzahl der entsprechenden Gemeinde sowie eine Kontroll-Nummer auf dem Schild aufgeprägt, dafür aber keine Jahrzahl mehr.

 

Ab 2005 gaben die Gemeindverwaltungen an Stelle der Velo-Schilder neu nur noch Velo-Vignetten ab (diese mussten nicht jedes Jahr neu gelöst werden und galten unbefristet). Man konnte das bisherige Velo-Schild aber weiterhin benutzen. Musste aber bei Neueinlösung eines Fahrrades die neue Velo-Vignette lösen. Diese Velo-Vignetten wurden dann von der Regierung des Fürstentum Liechtenstein mit Beschluss vom 15.11.2011, im Gleichklang mit der Schweiz, ab 1.1.2012 abgeschafft.



 

Velo-Diebstahl-Versicherung-Kennzeichen

 

Früher gab die Velo-Wache AG in Küsnacht/ZH (Versicherung) eigene Schilder     heraus. Sie galten als Nachweis, dass das Velo gegen Diebstahl bei der Velo-Wache versichert war.

 

Daneben gab es noch eine zweite Velo-Bewachungs-Gesellschaft, die Schilder abgab. Die Identität der Gesellschaft ist aber leider bis heute unbekannt.


 

 Velo-Kontrollschilder in fremden Ländern

 

Nebenbei sei noch vermerkt, dass europaweit nebst der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auch noch die Staaten Belgien, Guernsey, Jersey, die Niederlanden, Österreich, Russland, Spanien, Jugoslawien und sogar in der Südsee Fahrrad-Kontrollschilder ausgaben. Ob dort der Erwerbspreis für das Schild nur eine Steuer beinhaltete oder zugleich auch eine Haftpflichtversicherung zur Abgeltung für die mit dem Fahrrad angerichtete Drittschäden (Personen- und Sach-Schäden) enthielt, ist unbekannt.

 

Belgische Schilder aus Brabant und Antwerpen.  

                                                   

Velo-Kontrollschilder aus den Niederlanden .       

                             

Hier noch einige Fahrrad-Schilder aus diversen Bundesländern von Österreich, wobei das dritte Schild rechts aus der Steiermark kam.

 

Links drei ehemalige Fahrrad-Kontrollschilder aus Spanien

 

   Zwei Veloschilder aus Schweden um das Jahr 1934

 

 Fahrrad-Schild von 1950 aus dem ehemaligen Jugoslawien

Russland hatte während des zweiten Weltkrieges in der russischen Besetzungs-Zone in Deutschland ebenfalls Velo-Kontrollschilder 

 

Auch die britischen Kanal-Inseln Guernsey sowie Jersey hatten Fahrrad-Kontrollschilder

 

In der Südsee gab es ebenfalls Velo-Schilder um 1960/70   



                                                                                                                                                                                                                                       

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